Kunst im Fachwerk: Lohmarer Künstlerinnen öffnen ihre Ateliers

Kunst im Fachwerk Kunst & Kultur

Kunst im Fachwerk: Lohmarer Künstlerinnen öffnen ihre Ateliers

Die Kunst hat in Lohmar ein festes Zuhause gefunden. Dank Galeristin, Malerin & Schmuckdesignerin Martina Furk und anderen Künstlern aus Lohmar und der Region. Ihre eigenen Atelierräume im über 200 Jahre alten, denkmalgeschützten Fachwerkhaus hat die Lohmarerin nur unweit der Lohmarer Kunst- und Ausstellungshalle, die der Kunstverein LohmART vor einigen Jahren von der Stadt erhielt. Als Mitgründerin und 1. Vorsitzende des Vereins liegt ihr besonders am Herzen, dass sich regionale Künstler vernetzen können und besser wahrgenommen werden: „Wir haben uns zusammengeschlossen, damit die Kunst in Lohmar Fuß fassen kann“ sagt Martina Furk – und öffnete nun ihre eigenen Räume  und die ihrer Ateliergemeinschaft.  Zum Tag der offenen Ateliers am 30. Juli 2017 bei KUNST IM FACHWERK in Lohmar-Scheiderhöhe. Ein Tag, drei Ateliers, tausend Eindrücke und unzählige Inspirationen, die die zahlreichen Besucher begeisterten…

 

Kunst im Fachwerk: Bunt, belebt, bemerkenswert besonders

Als Martina Furk in 2011 ihre Galerie im liebevoll restaurierten Fachwerkhaus in Lohmar-Scheiderhöhe, Scheiderhöher Str. 44 eröffnete, wusste sie noch nicht, was daraus einmal werden würde. Sechs Jahre weiter – nach viel eigenem Engagement zur Belebung der Kunstszene in Lohmar, hat sie auch eine Künstlergemeinschaft unter ihrem eigenen Dach geschaffen.

Kunst zum Anfassen

Wenn man ihr Fachwerkhaus betritt, bemerkt man sofort, dass sich jemand liebevoll mit der Restauration und der Gestaltung der Räumlichkeiten beschäftigt hat. Fast ist es so als könne man sich direkt an einen Werktisch setzen und mitmachen. Kreatives Werkzeug wie Pinsel, Farben, Tücher, Drähte, Scheren und Zangen liegen griffbereit – in der Küche hat die Schmuckwerkstatt ihr Zuhause. Hier ist Kunst im wahrsten Sinne zum (Be-)Greifen nah und es wundert nicht, dass Martina Furk Workshops anbietet, um ihr Wissen und ihre Kunst auch anderen weitergeben zu können.

Die Kunst im Fachwerk öffnet ihre Ateliers

Heute ist Tag der offenen Ateliers. Es sind neben Martina Furk noch zwei weitere Künstlerinnen in die Gemeinschaft gekommen. „Ich habe die Räume anfangs für mich genutzt und zweimal im Jahr Gäste eingeladen. Aber irgendwie ist es schön, wenn so ein altes Haus auch komplett belebt ist.“ Als sich die Möglichkeit zu einem Umbau ergab, zog 2015 Edith Dellgrün, freischaffende Künstlerin für Malerei, PanArt und ARTvorhänge in einen Atelier- und einen Ausstellungsraum ein. Zwei Jahre später ist das Trio nun komplett. Mit Nirma Siesenop, Künstlerin aus Sri Lanka, die sich in ihren Bildern intensiv mit dem Thema Heimat und Fremde auseinandersetzt. Die drei wirken wie die perfekte Symbiose aus Stil, Form und Farbe. Ihre abstrakte, informelle Malerei, lerne ich, arbeitet mit Farbe und Form, mit Mischungsverhältnissen. Kunst, die nichts konkretes darstellt. „Man kann nichts erkennen – aber man darf…“ bringt es Furk auf den Punkt.

Kunst ist auch Handwerk

Martina Furk ist nicht nur Malerin, das würde sie nicht gänzlich ausfüllen, sagt sie. Das Handwerk hat sie begeistert. Früher wollte sie Goldschmiedin werden, schließlich erlernte sie die Kunstfertigkeit des Schmuckdesigns auf zweitem Bildungsweg. War ihr früher der Besitz von Schmuck wichtig, ist es heute der Arbeits- und Herstellungsprozess. „Ich mache immer ein Teil einmal – und das ist auch besonders.“ Dabei lässt sie sich von ihren Ideen treiben, die sich während des Arbeitsprozesses aber noch ändern können.

Einstein lässt grüßen: Die Relativitätstheorie als Bezugspunkt für eine Gemeinschaftsarbeit

Wo Künstler zusammenkommen, ist ein gemeinsames Projekt nicht weit. So ging es auch Edith Dellgrün und Martina Furk, die sich zu „e+m = colour hoch 2“ zusammenschlossen. Die Gleichung hat dabei aber wenig mit Relativität zu tun. Sie ist vielmehr inspiriert von den Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen und dem, was beide verbindet. Farbe im Doppelpack. Das Besondere an ihrer Zusammenarbeit ist dabei, dass sie ihre unterschiedliche Malweisen in verschiedenen Werken zusammenbringen. Unter dem Titel „Mein, Dein und unser Werk“ stellten sie schon in Overath aus und im September in Lohmar“. Faszinierend ist der Versuch, ihre Kreativität gemeinsam –  miteinander oder hintereinander – in ein Werk einzubringen.
„Das ist schwierig in die Arbeit eines anderen hineinzuarbeiten. Aber es ist spannend und wir probieren es aus!“
Die gemeinsame Ausstellung dazu läuft im September – Termine und Details.

Edith Dellgrün: Natürlich in Farbe

Wenn Farbe fröhlich macht, dann wirkt die bunte Kunst von Edith Dellgrün wie ein Stimmungsaufheller. In kräftigen Farben, die der PanART zugerechnet werden, gestaltet sie neben Bildern auch kunstvolle Vorhänge, die nur so voll Lebendigkeit sprühen. Ihre Motive erinnern in Ausdruckskraft und Stärke ein bisschen an Popart: Ob Bullibus oder Hund mit übergroßer Brille – alles lebt und springt dem Betrachter förmlich ins Auge. Dabei ist die PanART Technik die Grundlage. Die Farben der PanART sind noch leuchtender als Acrylfarben und erzielen ihre Wirkung mit Vielschichtigkeit. Diese Art der Malerei folgt der Philosophie von M. Baumgärtner, der von einer Leichtigkeit in der Kunst ausgeht und dem Grundsatz: Jeder kann malen! „Für mich bedeutet Malerei Lebensenergie“ sagt Edith Dellgrün. Eine Energie, die ihren Bildern förmlich entspringt – nicht nur für die Künstlerin selbst sondern auch ins Auge des Betrachters.

Diese Einstellung gibt Dellgrün selbst als Lehrerin weiter und engagiert sich zudem gemeinsam mit Furk im Kunstverein LohmART. Aktuell kann man ihre gemeinsame Ausstellung zu „e+m=colour hoch 2“ mit Martina Furk in der Kunsthalle LohmART besichtigen.

 

Nirma Siesenop: kraftvolle Bilder zu Heimat und Fremde

1991 kam Nirma Siesenop nach Deutschland. Seit nunmehr 16 Jahren malt die Künstlerin und verarbeitet damit Erlebtes – aus ihrer Heimat Sri Lanka und ihrer neuen, anfangs noch fremden Heimat Europa. Schicht für Schicht trägt sie ihre Erfahrungen in kräftigen Farben und mit ihren Stilmitteln und Techniken auf die Fläche. Wir schauen uns gemeinsam eines ihrer Werke an und sie erklärt mir, wie sich daraus langsam ein Bild entwickelt: „Die weiße Leinwand ist wie ein Start, meine Wurzeln sind die Basis, auf die alles aufbaut.“ Das Ergebnis ist das ihrer positiven Erfahrungen, die sie in ihren Bildern mit viel Farbe darstellt – ihr Mittel ihre Emotionen und Gedanken bildhaft auszudrücken.

Zwischen Abstrakt und Gegenständlich ist ihr Stil. Es finden sich Elemente, die man sofort erkennt – andere überlagern in kraftvollen Farben.

Dass ihre Kunst auch andere berührt, zeigt sich an der Vielzahl regionaler, aber auch internationaler Ausstellungen, auf denen ihre Werke bereits zu sehen waren, darunter Berlin, Eupen, Miami/USA und Galle (Sri Lanka).

 

Renate Martinsdorf-Henrici: Kunst – filigran und mit ganz eigener Geschichte

Als Ausstellungsgast ist am Tag des offenen Ateliers auch eine Künstlerin aus Köln mit dabei: Renate Martinsdorf-Henrici, die auch im Kunstverein LohmART aktiv ist, war einst Lehrerin für Kunst und Textilgestaltung. Ihre Leidenschaft ist die Arbeit mit Papier und Textilien, aus der sich teils filigrane Kunstwerke ostasiatischer Anmutung entwickelten. Aber auch experimentelle Projekte wie die künstlerische Vereinigung von Kaffee und Tasche – quasi der „Coffee to Go“ in ganz anderer Auslegung – als kreative Tasche aus bunten Kaffeeverpackungen. Ein Experiment, das sie einst mit Schülern und Schülerinnen anregte und dann zu ihrer eigenen Profession wurde. Vieles ihrer Kunst folgt einer asiatischen Tradition und hat auch die Kunst der Erzählung im Sinn. Sie spielt mit japanisch-chinesischen Schriftzeichen, mit asiatischer Symbolik und Botschaften, die auch in Europa auf Freude und Bewunderung stoßen. Heute freut sie sich über die gemeinsame Ausstellungsgelegenheit. Sie selbst betreibt seit 2007 ein projektorientiertes, experimentelles Werkstattatelier – das KaKTuS Atelier.

Ein Kunsthaus mit Geschichte: Kunst im Fachwerk – immer einen Besuch wert!

Vielfältig, bunt, mit Lebensfreude und Sinn für Farbe, Form, Funktion und Inhalt. Eine vor Leidenschaft sprühende Ausstellung, die einmal mehr zeigt, wie anregend und inspirierend die Kunstszene sein kann.

Für Interessierte steht Kunst im Fachwerk und auch die Lohmarer Kunst- und Ausstellungshalle LohmART e.V. regelmäßig offen, auch für Workshops & Seminare.

Mehr: LohmART: Ausstellungstermine 2017  und Ausstellungen bei Martina Furk im Fachwerk

Presse: Zur Ausstellung ein Nachbericht des Rhein-Sieg-Anzeigers

 

Videos zum Tag der offenen Ateliers bei Kunst im Fachwerk:

Zum Video-Interview mit Martina Furk

Video-Impressionen und Event-Zusammenschnitt

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Bilder-Galerie

2 COMMENTS
  • Martina Furk
    Antworten

    Herzlichen Dank für Euren Einsatz bei unserem Event. Er ist hier bestens präsentiert mit schönen Fotos und sehr informativen Berichten. Sehr aussagekräftig und schön dargestellt!!!

    1. Die Event- Reporterin
      Antworten

      Vielen Dank liebe Frau Furk! Weiterhin viel Erfolg und bis zum nächsten Mal – vielleicht ja bei LohmART!

      Martina Troyer

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